Was ist eine Blockiergebühr?
Eine Blockiergebühr ist ein zeitabhängiger Preisbestandteil beim öffentlichen Laden. Sie kann anfallen, wenn dein Auto länger als eine festgelegte Dauer mit dem Ladepunkt verbunden bleibt.
Der Zweck ist einfach: Ein belegter Ladepunkt steht anderen Fahrzeugen nicht zur Verfügung. Die zusätzliche Gebühr soll deshalb dazu motivieren, das Auto nach dem Laden wieder abzuklemmen und den Platz freizugeben.
Nach Angaben der Verbraucherzentrale beginnen viele Tarife nach einer bestimmten Anschlussdauer mit einer minutengenauen Blockiergebühr – häufig nach vier Stunden. Das ist jedoch keine allgemeingültige Frist.
Entscheidend ist die Anschlussdauer
Bei vielen Tarifen zählt nicht nur, ob gerade Energie fließt. Entscheidend ist, wie lange das Fahrzeug mit der Ladesäule verbunden ist.
Eine Blockiergebühr kann deshalb je nach Tarif auch dann weiterlaufen, wenn:
- die Batterie bereits voll ist;
- das Auto die Ladeleistung reduziert hat;
- der eigentliche Ladevorgang beendet wurde;
- das Fahrzeug trotzdem noch angeschlossen bleibt.
Prüfe immer die konkrete Tarifbeschreibung. Manche Angebote verwenden andere Regeln oder verzichten vollständig auf eine Blockiergebühr.
Nicht mit Energiepreis oder Parkgebühr verwechseln
Beim öffentlichen Laden können mehrere Kostenarten nebeneinander auftreten:
| Preisbestandteil | Wofür du bezahlst | Typische Darstellung |
|---|---|---|
| Energiepreis | Geladene Strommenge | Euro pro kWh |
| Zeitpreis | Dauer des Ladens oder der Verbindung | Euro pro Minute oder Stunde |
| Blockiergebühr | Lange Belegung nach einer Freigrenze | Euro pro Minute ab einem Zeitpunkt |
| Start- oder Session-Gebühr | Beginn eines einzelnen Ladevorgangs | Fester Betrag pro Session |
| Parkgebühr | Nutzung des Parkplatzes | Separater Parktarif oder Parkautomat |
Eine Parkgebühr kann unabhängig vom Ladetarif gelten. Umgekehrt bedeutet kostenloses Parken nicht automatisch, dass keine Blockiergebühr anfällt.
Ab wann fällt die Gebühr an?
Darauf gibt es keine einheitliche Antwort. Der jeweilige Tarif legt fest:
- nach welcher Anschlussdauer die Gebühr beginnt;
- wie hoch der Minuten- oder Stundenpreis ist;
- ob es einen Höchstbetrag gibt;
- ob bestimmte Tages- oder Nachtzeiten ausgenommen sind;
- ob AC- und DC-Ladepunkte unterschiedlich behandelt werden.
Die Bundesnetzagentur weist darauf hin, dass Ad-hoc-Preise und zusätzliche Preisbestandteile vor Beginn des Ladevorgangs bekannt sein müssen. Bei einem App- oder Roamingtarif ist trotzdem der dort angezeigte konkrete Tarif für deinen Ladevorgang entscheidend.
Ein einfaches Rechenbeispiel
Angenommen, ein Tarif berechnet nach vier Stunden Anschlussdauer 0,10 Euro pro zusätzlicher Minute. Du trennst das Auto nach vier Stunden und 35 Minuten vom Ladepunkt.
| Rechnung | Betrag |
|---|---|
| 35 zusätzliche Minuten × 0,10 Euro | 3,50 Euro |
Das ist nur ein Beispiel. Der tatsächliche Startzeitpunkt, Minutenpreis und mögliche Höchstbetrag können anders sein.
Gibt es Unterschiede zwischen AC und DC?
Ja, je nach Anbieter und Station können unterschiedliche Regeln gelten.
AC-Ladevorgänge dauern oft länger. Manche Tarife berücksichtigen das mit einer längeren Freigrenze oder einer Nachtregelung. An Schnellladepunkten kann eine kürzere Belegung erwartet werden. Daraus folgt aber keine allgemeine Regel: Maßgeblich ist immer der Preis, der für den konkreten Anschluss angezeigt wird.
Gilt die Blockiergebühr auch nachts?
Manchmal ja, manchmal nein.
Einige Tarife setzen die Gebühr während bestimmter Nachtstunden aus. Andere berechnen sie rund um die Uhr. Auch eine Nachtpause kann an einen bestimmten Tarif, Betreiber oder Ladepunkttyp gebunden sein.
Verlasse dich deshalb nicht auf eine allgemeine „Nachts kostenlos“-Regel. Prüfe die angezeigten Bedingungen vor jedem längeren Ladevorgang.
So erkennst du die Gebühr vor dem Laden
Achte in der Tarifansicht auf Begriffe wie:
- Blockiergebühr;
- Standzeit;
- Zeitpreis;
- Parken;
- Preis ab einer bestimmten Anschlussdauer.
Prüfe außerdem, ob der Preis direkt nach Ablauf der Freigrenze beginnt und ob ein Maximalbetrag genannt wird. Bei Ladepunkten auf bewirtschafteten Parkflächen solltest du zusätzlich die Beschilderung oder den Parktarif kontrollieren.
ChargEV FleX zeigt die verfügbaren Preisbestandteile vor dem Start in den Stations- und Tarifdetails. Dazu können neben dem Energiepreis auch zeitabhängige Kosten, eine Blockiergebühr oder eine Gebühr des Betreibers gehören.
Wie viele Standorte mit verfügbarem ChargEV-FleX-Tarif einen zeitabhängigen Preisbestandteil enthalten, zeigt die aktuelle Auswertung zur ChargEV-FleX-Netzabdeckung und Preisverteilung. Die dortige Zahl umfasst Preise für Ladezeit und Parkzeit und ist deshalb nicht mit der Zahl der Blockiergebühren gleichzusetzen.
So vermeidest du unnötige Blockierkosten
Tarif vor dem Start lesen
Prüfe nicht nur den Preis pro Kilowattstunde. Die zeitabhängigen Komponenten können bei einem langen Aufenthalt wichtiger werden.
Ungefähre Ladezeit abschätzen
Die Ladeleistung der Säule ist nur ein Teil der Rechnung. Auch dein Auto, der Batteriestand und die Ladekurve beeinflussen, wie lange der Ladevorgang dauert.
Ladevorgang im Blick behalten
Nutze den Lademonitor und die Mitteilungen der verwendeten App. Plane etwas Zeit ein, um nach dem Ladeende zum Fahrzeug zurückzukehren.
Nach dem Laden abstecken
Beende den Ladevorgang korrekt, trenne das Kabel und gib den Ladepunkt frei. Nur das Beenden in der App reicht je nach Tarif nicht unbedingt, solange das Fahrzeug verbunden bleibt.
Häufige Fragen
Fällt die Gebühr an, obwohl mein Auto noch lädt?
Das kann passieren. Wenn der Tarif die Anschlussdauer als Grundlage verwendet, kann die Gebühr nach der Freigrenze beginnen, obwohl noch Energie fließt.
Stoppt die Gebühr, sobald die Batterie voll ist?
Nicht automatisch. Bei anschlussbezogenen Tarifen endet die relevante Zeit üblicherweise erst, wenn das Fahrzeug vom Ladepunkt getrennt wird.
Gibt es an jeder öffentlichen Ladesäule eine Blockiergebühr?
Nein. Ob eine Gebühr gilt und wie sie ausgestaltet ist, hängt vom konkreten Tarif ab.
Kann zusätzlich eine Parkgebühr anfallen?
Ja. Parkplatzbetreiber und Ladetarif können getrennte Preise verlangen. Beachte deshalb sowohl die Tarifdetails als auch die Beschilderung vor Ort.
Zeigt ChargEV FleX die Blockiergebühr vorher an?
Wenn für den gewählten Tarif eine Blockiergebühr übermittelt wird, zeigt ChargEV FleX sie vor dem Start in den Preisdetails an.
Kurz zusammengefasst
Eine Blockiergebühr ist kein einheitlicher Aufschlag, sondern ein tarifabhängiger Zeitpreis für die lange Belegung eines Ladepunkts.
Prüfe vor dem Laden den Startzeitpunkt, den Minutenpreis, einen möglichen Höchstbetrag und Nachtregelungen. Behalte den Ladevorgang im Blick und trenne das Auto zeitnah vom Ladepunkt.
Wenn du zunächst wissen möchtest, welche Möglichkeiten es ohne Ladekarte oder Abo gibt, lies auch unseren Ratgeber E-Auto laden ohne Ladekarte, Account oder Abo.
