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Laden ohne Rätsel

Eichrechtskonformes Laden: So schützt das Eichrecht deine Laderechnung

Beim öffentlichen Laden entscheidet die gemessene Energiemenge über einen Teil deiner Rechnung. ChargEV FleX ergänzt die bestehenden Prüfungen bald um eine eigene Signatur- und Mengenprüfung – und will das Ergebnis verständlich in der App sichtbar machen.

Zuletzt geprüft: 23. August 2026

Kurz erklärt

Beim öffentlichen Laden bezahlst du häufig nach der geladenen Energiemenge. Diese Menge wird in Kilowattstunden gemessen und bildet zusammen mit dem Tarif die Grundlage der Rechnung.

Das deutsche Mess- und Eichrecht soll sicherstellen, dass:

  • ein geeignetes und gesetzeskonformes Messgerät verwendet wird;
  • die gemessenen Werte richtig und nachvollziehbar sind;
  • Messdaten auf dem Weg zur Rechnung nicht unbemerkt verändert werden;
  • du die Messwerte auf deiner Rechnung überprüfen kannst.

„Eichrechtskonformes Laden“ ist deshalb vor allem Verbraucherschutz. Es geht nicht darum, ob ein Ladetarif günstig ist, sondern ob die abgerechnete Energiemenge verlässlich gemessen und nachweisbar übertragen wurde.

Coming soon: ChargEV FleX ergänzt die Prüfungen seiner Roaming-Partner um eine eigene unabhängige Signatur- und Mengenprüfung vor der automatischen Abrechnung.

Warum braucht Laden ein eigenes Messkonzept?

An einer Tankstelle siehst du die abgegebene Kraftstoffmenge unmittelbar an der Zapfsäule. Beim Laden eines E-Autos liegen Messung und Rechnung dagegen häufig räumlich und zeitlich auseinander.

Zwischen beiden stehen mehrere technische Systeme:

  1. der Zähler im Ladepunkt;
  2. das Backend des Ladepunktbetreibers;
  3. gegebenenfalls eine Roaming-Plattform;
  4. der Mobilitätsdienstleister oder EMP;
  5. die spätere Rechnung.

Damit du dem Ergebnis trotzdem vertrauen kannst, muss die Messung über diese Kette nachvollziehbar bleiben.

Das Mess- und Eichgesetz verlangt unter anderem, dass Rechnungen auf Basis von Messwerten in einfacher Weise überprüfbar sind und erforderliche Hilfsmittel bereitgestellt werden.

Welche Rolle spielt der Zähler?

Der Zähler erfasst die elektrische Energie während des Ladevorgangs. Je nach technischer Lösung werden unter anderem gespeichert:

  • Zählerstand beim Start;
  • Zählerstand beim Ende;
  • geladene Energiemenge;
  • Start- und Endzeit;
  • Kennung des Ladepunkts oder Zählers;
  • eindeutige Kennung des Ladevorgangs.

Messgeräte, deren Werte für eine Abrechnung verwendet werden, müssen die Anforderungen des Mess- und Eichrechts erfüllen. Dazu gehören Messrichtigkeit, Messbeständigkeit und Schutz vor unbemerkten Veränderungen.

Was ist ein signierter Messwert?

Viele eichrechtskonforme Ladelösungen versehen ihre Messdaten mit einer digitalen Signatur.

Vereinfacht funktioniert das so:

  1. Die Ladeeinrichtung bildet einen Datensatz aus Messwerten und Sitzungsinformationen.
  2. Eine geschützte Signatureinheit signiert diesen Datensatz mit einem privaten Schlüssel.
  3. Der zugehörige öffentliche Schlüssel kann später zur Prüfung verwendet werden.
  4. Wird der signierte Inhalt nachträglich verändert, schlägt die Signaturprüfung fehl.

Ein verbreitetes Format für solche Daten ist OCMF. Andere eichrechtlich zugelassene Lösungen können abweichende Formate oder Verfahren verwenden.

Die Signatur beweist nicht allein, dass jeder Messwert physikalisch richtig ist. Dafür sind auch ein gesetzeskonformes Messgerät, sein korrekter Betrieb und ein vertrauenswürdiger öffentlicher Schlüssel notwendig. Die Signatur zeigt vor allem, ob der signierte Datensatz seit seiner Erzeugung unverändert geblieben ist.

Was ist ein CDR?

CDR steht für Charge Detail Record. Der Datensatz beschreibt einen abgeschlossenen Ladevorgang und wird für Abrechnung und Rechnung benötigt.

Ein CDR kann beispielsweise enthalten:

Bestandteil Beispiel
Sitzungskennung DEMO-CDR-0042
Ladepunkt EVSE-ID und Standort
Zeitraum Start- und Endzeit
Energiemenge 18,624 kWh
Tarifbestandteile Energie, Zeit, Session-Gebühr
Kosten Berechnete Beträge je Bestandteil
Signierte Messdaten OCMF oder ein anderes unterstütztes Format

Der CDR wird typischerweise vom Ladepunktbetreiber über direkte oder roamingbasierte Verbindungen an den EMP übertragen.

Was wird ChargEV FleX zusätzlich prüfen?

Unsere Roaming-Partner prüfen Abrechnungs- und Signaturdaten bereits auf dem Übertragungsweg. ChargEV FleX bewahrt die signierten Messdaten zusammen mit dem CDR auf.

Die geplante ChargEV-Prüfung wird diese Kette um eine eigene unabhängige Kontrolle ergänzen. Wenn signierte Messdaten vorliegen, wird ChargEV FleX insbesondere prüfen:

  • Ist die kryptografische Signatur gültig?
  • Gehört der öffentliche Schlüssel zum erwarteten Ladepunkt oder Zähler?
  • Sind Start-, End- und Energiemesswerte in sich schlüssig?
  • Entspricht die signierte Energiemenge der Energiemenge im CDR?
  • Kann der CDR eindeutig dem gestarteten Ladevorgang zugeordnet werden?

Nach Einführung der Funktion wird die automatische Abrechnung nur freigegeben, wenn die relevanten Prüfungen erfolgreich sind.

Transparenz soll in der App sichtbar werden

Die Prüfung soll nicht als unsichtbarer Backend-Prozess enden. ChargEV FleX will die Nachvollziehbarkeit des Ladevorgangs durch die gesamte App führen.

Nach Einführung der Funktion sollen Nutzer in einer verständlichen Form sehen können:

  • ob signierte Messdaten für den Ladevorgang vorliegen;
  • ob die Signaturprüfung erfolgreich war;
  • welche Energiemenge im signierten Datensatz steht;
  • ob diese Menge mit dem CDR übereinstimmt;
  • warum ein Ladevorgang für die Abrechnung freigegeben oder zurückgehalten wurde;
  • wie die signierten Nachweisdaten für eine unabhängige Prüfung bezogen werden können.

Unser Ziel ist, eine Lücke zwischen technischer Eichrechtskonformität und verständlicher Kundeninformation zu schließen. Der Nutzer soll nicht erst eine Rechnung beanstanden oder eine Transparenzsoftware verstehen müssen, um zu erkennen, dass die Messdaten geprüft wurden.

Damit soll ChargEV FleX eine Nische besetzen, die für uns gut zum Produkt passt: nicht nur laden und bezahlen, sondern die Abrechnung vor und nach dem Ladevorgang nachvollziehbar machen.

Was wird bei einer Abweichung passieren?

Wenn die Signatur ungültig ist oder die signierte Energiemenge nicht mit dem CDR übereinstimmt, wird ChargEV FleX den CDR für die automatische Abrechnung zurückweisen.

Dadurch soll eine falsche Rechnung verhindert werden, bevor sie entsteht. Der Vorgang wird nicht einfach mit dem ungeprüften Wert abgerechnet, sondern muss geklärt werden.

Ein Beispiel:

Wert Energiemenge
Signierter Messwert 18,624 kWh
Im CDR angegebener Wert 21,400 kWh
Geplante Entscheidung Keine automatische Abrechnung

Die geplante Prüfung der Energiemenge ist von der Tarifprüfung getrennt. Eine korrekte Messung sagt noch nicht, ob der verwendete Preis richtig ist. Deshalb muss zusätzlich der vor dem Start angezeigte Tarif korrekt auf die geprüfte Menge und weitere zulässige Preisbestandteile angewendet werden.

Bedeutet ein CDR ohne Signatur automatisch einen Fehler?

Nein.

Nicht jede eichrechtlich zugelassene technische Lösung stellt die Nachweisdaten auf dieselbe Weise bereit. Manche Lösungen nutzen signierte Fernmesswerte, andere eine lokale Anzeige oder andere in der Baumusterprüfbescheinigung festgelegte Verfahren.

Das Fehlen eines signed_data-Feldes allein beweist deshalb nicht, dass eine Station oder Rechnung rechtswidrig ist. Entscheidend sind die für die konkrete Ladeeinrichtung geltenden Anforderungen und Verwendungsauflagen.

Kann ich die Messwerte selbst prüfen?

Ja, wenn der Ladevorgang auf digital signierten Messwerten basiert und dir die notwendigen Daten bereitgestellt werden.

Die Transparenzsoftware von S.A.F.E. kann signierte Messwerte prüfen. Dafür benötigst du:

  • den signierten Messdatensatz;
  • den öffentlichen Schlüssel des Ladepunkts;
  • die Angaben aus Rechnung oder Ladebeleg.

Die Software zeigt, ob die Signatur gültig ist und welche Messwerte im signierten Datensatz enthalten sind. Diese Werte kannst du anschließend mit der Rechnung vergleichen.

Der öffentliche Schlüssel sollte aus einer vertrauenswürdigen Quelle stammen. Je nach Ladeeinrichtung findest du ihn am Zähler, beim Betreiber, beim EMP oder in den veröffentlichten Daten der Bundesnetzagentur.

Was schützt das Eichrecht – und was nicht?

Das Eichrecht schützt Das Eichrecht regelt nicht automatisch
Richtigkeit und Nachvollziehbarkeit der Messung Höhe des Ladetarifs
Integrität übertragener Messdaten Ob ein Tarif günstig ist
Überprüfbarkeit messwertbasierter Rechnungen Verfügbarkeit der Station
Schutz vor unbemerkter Datenmanipulation Qualität der Lade-App
Verwendung geeigneter Messgeräte Roaming-Aufschläge und Grundgebühren

Für Preisangaben vor dem Start ist zusätzlich die europäische AFIR wichtig. Mehr dazu steht in unserem Ratgeber AFIR beim E-Auto-Laden.

Warum ist die geplante ChargEV-Prüfung sinnvoll?

Eine Prüfung durch mehrere Beteiligte ist kein unnötiger Doppelaufwand, sondern ein Sicherheitsnetz.

  • Der Ladepunkt schützt die ursprünglichen Messwerte.
  • Roaming-Partner prüfen Datenformat und Plausibilität.
  • ChargEV FleX wird Signatur, Schlüssel und Übereinstimmung mit dem CDR zusätzlich selbst prüfen.
  • Der Kunde kann die signierten Daten später unabhängig nachvollziehen.

Jede Stufe kann andere Fehler erkennen. Die geplante eigene Prüfung verhindert außerdem, dass ChargEV FleX sich bei der Rechnungsstellung ausschließlich auf das Ergebnis eines vorgelagerten Systems verlässt.

Häufige Fragen

Ist jede öffentliche Ladesäule in Deutschland eichrechtskonform?

Ladeeinrichtungen, deren Messwerte für die Abrechnung verwendet werden, müssen die gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Ob eine konkrete Station korrekt betrieben wird, lässt sich nicht allein anhand ihres Aussehens oder eines App-Eintrags beurteilen.

Ist OCMF gesetzlich vorgeschrieben?

Nein. OCMF ist ein verbreitetes Format für signierte Messwerte, aber nicht die einzige mögliche technische Lösung.

Garantiert eine gültige Signatur eine richtige Rechnung?

Sie garantiert nicht den gesamten Rechnungsbetrag. Sie schützt die signierten Messdaten vor unbemerkter Veränderung. Tarif, Steuern und weitere Preisbestandteile müssen zusätzlich korrekt berechnet werden.

Was wird passieren, wenn ChargEV FleX eine Abweichung erkennt?

Der CDR wird nach Einführung der Funktion nicht automatisch abgerechnet. Die Ursache muss geklärt werden, bevor eine Rechnung auf Basis der abweichenden Werte erstellt wird.

Muss ich als Kunde jede Rechnung selbst mit einer Transparenzsoftware prüfen?

Nein. Die Möglichkeit zur unabhängigen Prüfung ist ein zusätzliches Recht und schafft Nachvollziehbarkeit. Die Roaming-Partner prüfen die Daten bereits heute; die zusätzliche unabhängige Prüfung durch ChargEV FleX kommt bald.

Kurz zusammengefasst

Eichrechtskonformes Laden sorgt dafür, dass die für deine Rechnung verwendete Energiemenge richtig gemessen und nachvollziehbar übertragen wird.

Digitale Signaturen machen nachträgliche Veränderungen erkennbar. ChargEV FleX wird diese Signaturen, den öffentlichen Zählerschlüssel und die Übereinstimmung zwischen signierter Energiemenge und CDR künftig zusätzlich selbst prüfen. Bei einer Abweichung wird der CDR dann nicht automatisch abgerechnet.

Das macht Laden nicht automatisch günstiger. Die zusätzliche Prüfung soll aber verhindern, dass ein erkennbar falscher Messwert ungeprüft auf deiner Rechnung landet.

Coming soon: ChargEV FleX ergänzt die bestehenden Prüfungen um einen eigenen Vergleich von Signatur, Zählerschlüssel und CDR-Energiemenge.